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8 Tage – ZDF-Serie thematisiert Ethik und Gerechtigkeit

8 Tage bis zum Einschlag eines Asteroiden in Europa. Für den Religionsunterricht werfen die ersten 20 Minuten der Folge „Panik“ zentrale Fragen der Gerechtigkeit und des moralischen Handelns auf. Wer wird gerettet? Wer verfügt über Möglichkeiten der Rettung? Wie ist moralisches Handeln in dieser Extremsituation möglich?

https://www.zdf.de/serien/8-tage/panik-100.html

Verschiedenen Reaktionen auf die Situation

Die Protagonisten reagieren erwartungsgemäß unterschiedlich auf die Situation. Eine Familie macht sich auch den Weg illegal die Grenze zwischen Deutschland und Polen zu überqueren. Ein Paar wiederum verschafft sich mit viel Geld und Einfluss einen Flug in die USA. Dagegen plant eine Frau ihren Lebensgefährten zu töten, um die letzen Tage allein zu genießen. Und ein alter Mann ertränkt die Situation in Alkohol, während sein Sohn versucht, sich über einen ansehlichen Geldbetrag von seiner Verantwortung gegenüber seinem Vater freizukaufen.

„Wenn wir uns alle wie Tiere benehmen, können acht Tage verdammt lang werden.“

Polizist im der Folge „Panik“

Die erste Hälfte der Folge „Panik“ stellt folgende Fragen: Welches Handeln ist in Extremsituationen angemessen? Was kann in der jeweiligen Situation noch verantwortet werden? Wo überschreiten die Protagonist*innen Grenzen? „Wenn wir uns alle wie Tiere benehmen, können acht Tage verdammt lang werden“ so ein Polizist, der weiterhin seiner Arbeit nachgeht. Die Frage der ethischen Verantwortung stellen sich angesichts der Situation ungeschützt.

Europa als bedrohte Region

Interessant ist die globale Perspektive der Serien. Denn medial begegnen uns die Themen Flucht, bedrohter Lebensraum und existentielle Gefahren in Verbindung mit anderen Kontinenten. Die Serie hingegen dreht die Perspektive um und verortet die Bedrohung in Europa. Für die Zuschauer gefühlt direkt im eigenen Leben. Hier befindet sich eine gut situierte Familie aus Deutschland auf der Flucht. Dadurch fühlen sich in Europa aufgewachsene Zuschauer*innen selbst in die Situation der Flüchtenden hineinversetzt. Aufgrund der finanziellen Forderungen der Schlepper entsteht eine vollständige Abhängigkeit. Hilflos ist die Familie den äußeren Umständen ausgeliefert und muss sich ganz in die Abhängigkeit der Schlepper begeben. Selbstbestimmung und freies Handeln ist mit einem Schlag nicht mehr möglich.

Anschlussfähig ist der Ausschnitt für den Religionsunterricht, weil er die Frage von Gerechtigkeit konkret macht. Die unterschiedliche Weise der Protagonisten, mit den Situation der Bedrohung umzugehen, lassen sich mit den unterschiedliche Dimensionen von Gerechtigkeit verbinden. Wer kann sich die Flucht leisten? Wer ist körperlich zur Flucht in der Lage? Die Frage von Macht und Geld wird zur Frage des Überlebens.

Der Filmausschnitt wirft zusätzlich die Frage auf, wie sich die Frage nach Ethik und Gerechtigkeit umsetzen lassen. Welche Bedeutung hat der Begriff der Menschenwürde in Extremsituationen? „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz wird.“ (Immanuel Kant, AA IV, 421) Bewährt sich der kategorische Imperativ in der Ausnahme? Nach den ersten 20 Minuten der Folge 1 „Panik“ blickt der/die Zuschauer*in gebannt, gespannt aber auch kritisch auf das Phänomen von moralischer Verantwortung und Gerechtigkeit.

Für den Einsatz im Unterricht wichtig:

Der Film ist ab einem Alter von 16 Jahren freigegeben. Er eignet sich daher für die Sekundarstufe II.

Um den Film zu zeigen bzw. diesen anzuschauen, muss man sich bei der ZDF-Mediathek registrieren.

Für Menschen mit Fluchterfahrungen ist der Film nicht geeignet, da er die Fluchtsituation sehr realistisch ins Bild bringt.

Die ersten 20 Minuten des Filmes werfen ausreichend Frage auf. Der Rest der ersten Folge können die Schüler*innen zu Hause anschauen. 🙂

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