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Tod, Endlichkeit und der Sinn des Lebens

Tod, Endlichkeit und der Sinn des Lebens ist das existentielle Kerngeschäft jeder Religion. Im Text „Es braucht Mut, um glücklich zu sein“ beschreibt Klara Charlotte Zeitz ihre Erfahrungen mit dem Tod tiefgründig, lebensnah und lebensbejahend. Für den Religionsunterricht enthält der Artikel viele relevante Aspekte zum Thema Tod, Endlichkeit und Sinn des Lebens.

https://www.zeit.de/kultur/2020-07/schicksalsschlaege-todesfaelle-familie-angehoerige-tod-trauer-bewaeltigung

Klara Charlotte Zeitz beschreibt im ihrem Beitrag vom 17. Juli 2020 „Es braucht Mut, um glücklich zu sein“ ihre Erfahrungen mit dem Tod. Über persönliche Erfahrungen, aber auch über die fehlenden gesellschaftliche Präsenz von Tod und Endlichkeit, die in eine Isolation der Betroffenen führt. „Unser Umfeld ist mit der erfahrenen Endlichkeit überfordert und zieht sich meist schweigend zurück. Das drängt die Trauernden in einen Raum der Stille.“ Theologisch interessant ist das Festhalten an der Gegenwart der Toten und die Kategorie der Erinnerung. „Deshalb rede ich von den Toten, als wären sie mit mir im Raum.“

Die Erfahrung des Todes führt Zeitz in eine direkte Lebensbejahung über. Schmerz wird nicht verdrängt, sondern führt zur Verantwortung für das eigene Leben. „Dass es oft Mut braucht, um glücklich zu sein. Dass alles im Leben von Entscheidungen abhängt und die volle Verantwortung für die Emanzipation der eigenen Werte bei uns selbst liegt.“ Im Angesicht des Todes das Leben zu bejahen und in seiner Gebrochenheit auszuhalten und zu leben, diese Gedanken bringt die Autorin in sprachlich schöner Form auf den Punkt. „Ich fluche, wenn es mir angebracht erscheint und gehe, wenn sich etwas nicht mehr richtig anfühlt.“

Am Ende legt Zeitz dar, was ihr Leben bestimmt: zum einen das Verzeihen, zum zweiten das Versprechen, in nächsten Situationen besser zu handeln und zum dritten der Zweifel, um die eigenen Vorstellungen immer wieder zu überprüfen. Möglich wird dieses Lebenshaltung durch andere Menschen, die diese Lebensmaxime teilen.

Für theologische Überlegungen bietet der Text verschiedene Anknüpfungspunkte um über den Sinn des Lebens und Umgang mit dem Tod.

Der Text eignet sich für die Sekundarstufe II.

Erschienen ist der Text in der Zeit-Serien „10 nach 8. politisch, poetisch, polemisch.“ Die Intention der Reihe ist es, Abseitiges relevant zu machen, Etabliertes zu hinterfragen und Unsichtbares offenbaren. „Wir schreiben selbst und suchen nach Texten, die neue Welten erschließen oder altbekannte in neuem Licht erscheinen lassen.“

https://www.zeit.de/10nach8

Für den Religionsunterricht ist damit ein Schnittpunkt gefunden, denn auch im Reliunterricht geht es darum, neue Welten zu erschließen bzw. eine neue Perspektive auf bekannte Phänomen zu eröffnen.

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